ANGELOS

Jusepe de Ribera (1591-1652) Ribera wurde in Játiva in Spanien geboren. Um 1609 zog er über die Lombardei nach Rom, wo ihn hauptsächlich die Arbeiten von Caravaggio beeindruckten. Die frühe Arbeit von Ribera, bekannt unter dem Namen "Lo Spagnoletto", lässt sich durch ihren dramatisch barocken Naturalismus charakterisieren, in dunklen Farben, mit großen Kontrasten zwischen hell und dunkel. 1616 zog er nach Neapel, zu der Zeit noch unter spanischer Herrschaft. Zwischen 1620 und 1626 widmete er sich der Grafik, um danach doch wieder den Pinsel zu führen. Ribera wurde eine Berühmtheit, auch in seinem Vaterland Spanien. Trotzdem blieb er weiterhin in Neapel unter dem Schutz der jeweiligen Vizekönige. Einem Freund erklärte er einmal scharfsinnig den Grund dafür: Wenn er erst einmal wieder in Spanien wohnen würde, so würde sein Ruhm als mystischer Meister aus dem fernen Neapel wohl schnell verblassen. Nach 1632 verwendet er in seinen Gemälden hellere Farben und wählt er profanere Themen, wahrscheinlich auch unter dem Einfluss von Meistern wie Titian und Rubens.
 

 

 

AN 08

Die Unbefleckte Empfängnis (1635) Das Gemälde "Die Unbefleckte Empfängnis" entstand als Teil eines Altaraufsatzes für die Familiengruft des damaligen Vizekönigs von Neapel in Salamanca. Dieser Graf von Monterrey wählte dieses Thema, da er sich namens Philip IV lange Zeit für die Übernahme des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis eingesetzt hatte, und letztendlich bei Papst Gregorius XV seinen Streit gewonnen hatte. Maria ist darum nicht in den traditionellen roten Mantel gekleidet, sondern in ein jungfräulich weißes Unterkleid und einen blauen Mantel. Dieses berühmte Gemälde ist im Vergleich zu anderen Malereien von Ribera außergewöhnlich hell und farbenprächtig, sicherlich auch darum, weil sein Auftraggeber die klassische römische Barockmalerei bevorzugte.

 

 

 

 


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