ANGELOS
Frankreich, anonym, 15. Jahrhundert Dieses Triptychon ist nach einem Eintrag auf der Liste 1480 im Auftrag von Aloisius Rudolphe de Pérussis gemalt, ein Nachfahre der berühmten florentinischen Handels- und Bankiersfamilie Peruzzi. Nach dem berüchtigten Bankrott im Jahr 1343 durch politische Machenschaften und Erpressung wurde die Macht der Peruzzi-Familie gebrochen und durch die Familie der Medici übernommen. 1434 hat Cosimo de Medici die Peruzzis aus Florenz vertrieben und hat sich die Familie in Avignon niedergelassen.
 

AN 03

Das Altarstück von Pérussis (1480) Im 15. Jahrhundert war die italienische Renaissancemalerei dermaßen überherrschend, dass französische Maler gar nicht so mithalten konnten. Um 1450 stifteten Froment und Enguerrand die Schule von Avignon, die trotzdem einen eigenwilligen Stil entwickelte, sehr stark vom konfrontierenden und oftmals auch makabren Realismus der flämischen Primitiven beeinflusst. Das Altarstück von Pérussis ist in seiner Schlichtheit und seinen direkten Farbkombinationen ein typisches Beispiel für die Malerei der Schule von Avignon. In einer einfachen, symmetrischen Komposition wird das merkwürdig leere Kreuz angebetet. Im Hintergrund ist ein Ausschnitt der Stadt Avignon sichtbar. Wahrscheinlich ist eine der knienden Figuren der Auftraggeber in eigener Person. Das Ganze wird flankiert durch das Familienwappen, auf dem statische Engel Banner mit dem Wahlspruch von Pérussis tragen. Die zentralen Engelfiguren mit ihren prächtigen Flügeln aus Pfauenfedern ziehen durch ihre urtümliche Positionierung zu beiden Seiten des Kreuzes alle Aufmerksamkeit auf sich. Sie sind in einem ergreifend primitiven Stil gemalt.

 

 

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