ANGELOS

Raphael (1483-1520) Der aus Urbino gebürtige Raphael Santi ging mit 17 Jahren in die Lehre bei dem berühmten Perugino. In dessen Schule wurde vor allem der Akzent auf übersichtliche und erhabene Kompositionen gelegt und war man jeder Art von ornamentaler Unmäßigkeit abgeneigt. 1504 zog nach Florenz, wo zu dem Zeitpunkt eine heftige Diskussion über die Einführung von Neuerungen in der Kunst entstanden war. Michelangelo war hier an der Arbeit und Leonardo da Vinci hatte soeben alle Aufmerksamkeit durch seine Mona Lisa auf sich gelenkt. Raphael studierte alle Stile und Techniken. So experimentierte er beispielsweise mit Leonardos berühmtem "Sfumato". Aber im Großen und Ganzen blieb er in seinen Kompositionen der Perugino-Schule treu: Er vermied zu viel Spannung und suchte nach Gleichgewicht. Papst Julius II zitierte erst Michelangelo, und kurz darauf im Jahre 1508 Raphael nach Rom, um von letzterem seine Appartements dekorieren zu lassen. Durch diesen großen Auftrag war der Maler gezwungen, bereits in jungem Alter eine Schar Lehrlinge um sich herum zu versammeln. Nach einem kurzen, jedoch sehr produktiven und erfolgreichen Leben starb er an seinem 37. Geburtstag, am Karfreitag 1520.

 

AN 10

Die Sixtinische Madonna (1513/1514) Die zwei wohl bekanntesten Engelchen aus der Geschichte der Malerei befinden sich im untersten Teil von wohl Raphaels größtem Meisterwerk, der Sixtinischen Madonna, ein Gemälde, das er für den Hochaltar von San Sisto in Piacenza schuf. Dieses Gemälde entstand im Auftrag von Papst Julius II, der in der Gestalt des Heiligen Sixtus abgebildet ist. Die etwas gelangweilt schauenden Engel bilden das Gegengewicht zum melancholischen Gesichtsausdruck von Maria und ihrem Kind.

 

 

 

 

 

 

 

 


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