ANGELOS
Leonardo da Vinci (1452-1519) Geboren in Vinci, einer Vorstadt von Florenz, entwickelte sich Leonardo zu einem vielseitigen, nahezu universellen Künstler und Wissenschaftler. Mit 13 Jahren geht er in die Lehre bei Verrocchio. Es geht die Rede, dass Leonardo, als er entdeckte, welch großes Malertalent sein Lehrmeister war, er sich bereits schnell dazu entschlossen hatte, sich auf die Bildhaukunst zu verlegen. Die Kombination verschiedener Disziplinen wie Malerei, Bildhaukunst und Architektur waren in der Renaissance nicht ganz ungebräuchlich, zudem befasste sich aber der unruhige Leonardo auch noch mit der Lehre der Mechanik, den Wehrtechniken, dem Straßenbau, der Konstruktion wasserbaulicher Anlagen und der Astronomie. Davon zeugen noch zahlreiche Skizzen. Bereits zeitlebens berühmt, machte er sich allerdings durch Gemälde wie das der Mona Lisa unsterblich als Wegbereiter der Hochrenaissance.

AN 01

Mariä Verkündigung (± 1473) Leonardo malte dieses große, weit über zwei Meter breite Tafelbild im Atelier von Verrocchio. Diese frühe Arbeit hält noch in Bezug auf Komposition und Linienführung an der Tradition seines Lehrers fest, aber am Hintergrund und an den Figuren ist bereits die Hand des Meisters zu erkennen. In der goldenfarbenen Abenddämmerung stellt die erhobene Hand des Engels mit den so charakteristisch langen Fingern ein Spiegelbild der Flügel dar. Der Ausdruck auf dem Antlitz lässt die frohe Botschaft erkennen, die er der jungen, andächtig zuhörenden Maria verkündigt. Der reich mit Ornamenten verzierte Tisch und das statische Bauwerk im Hintergrund fallen dabei gehörig aus dem Rahmen, sind aber höchstwahrscheinlich durch andere Künstler gemalt worden. Der rastlose Leonardo verließ regelmäßig seine Arbeitsstätte, wenn er die interessantesten Teile des Gemäldes fertiggestellt hatte.

 


<< vorige seite                                                -home-

nächste seite >>