| EGON SCHIELE (1890-1918 | |||
Der Zeichner und Maler, der sich im Laufe
seines kurzen Lebens vom Jugendstilkünstler zum Repräsentanten des Wiener
Expressionismus’ entwickelte. Fast seine ganze Familie arbeitete bei der
österreichischen Eisenbahn – nicht verwunderlich, dass von Egon Schiele
das gleiche erwartet wurde. Der eigenwillige junge Mann ging jedoch an die
Wiener Kunstakademie. Er bewunderte die Sezession und vor allem Gustav
Klimt, den er 1907 kennenlernte und der ihn unter seine Fittiche nahm. In
Schieles frühen Arbeiten wird sofort seine Vorliebe für die ostasiatische
Kunst deutlich, was übergangslos an den illustrativen, ornamentalen Wiener
Jugendstil anschließt. Später entwickelte er einen völlig eigenen,
kraftvollen, eckigen Zeichenstil, der ihn zum Repräsentanten des Wiener
Expressionismus’ machte. Viele seiner Arbeiten umfassen Portraits und
Selbstportraits, in denen er eine zuweilen beängstigende Distanz zu seinem
Objekt einnimmt. Der stets vorhandene sexuelle Aspekt wird in manchen
Fällen ausgesprochen explizit wiedergegeben. Die Farben, die erst nach
Vollendung der Zeichnung hinzugefügt wurden, sind schrill und entfremdend.
Der Tod, mit dem er in seinem kurzen Leben häufig konfrontiert wurde,
spielte bei der Auswahl seiner Themen eine große Rolle. Egon Schiele
führte ein kurzes, bewegtes und für die damalige Zeit skandalöses Leben.
1918 starb er im Alter von 28 Jahren an der Spanische Grippe, die einige
Monate zuvor bereits seine junge Frau Edith das Leben gekostet hat.
Gerti Schiele in Kariertem Tuch Tinte und Aquarell auf Karton, 1908-09. Egon Schieles Vater starb an Syphilis als der Junge 15 Jahre alt war. Eine jüngere Schwester war bereits zu einem früheren Zeitpunkt gestorben. Die Beziehung zu seiner Mutter gestaltete sich danach mühselig, zu seiner Schwester Gerti hatte er jedoch eine innige Beziehung (so innig, dass manche in seiner Umgebung sogar von „ungesunden Aspekten“ sprachen). In dem wundervollen, sittsamen Portrait von Gerti Schiele sind sowohl Stilmerkmale der Sezession als auch des späteren, harten expressionistischen Werks Schieles zu finden. |
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SCH 02 17 CM
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